Die Schlussstunde ist die letzte Stunde der regulären Handelszeit. Wie in der Eröffnungsphase sind hier überdurchschnittlich große Bewegungen und das höchste Volumen üblich, weil in diesem Fenster der größte Teil des Rebalancings der großen Adressen stattfindet.
Die Tagesmitte gilt dagegen als verrauscht und richtungsarm. Viele Trader konzentrieren sich deshalb auf Eröffnung und Schluss und meiden das Mittagsgeschäft. Beim Rebalancing genügt meist der Blick aufs Delta, weil sich die Effekte höherer Ordnung wie Gamma, Vanna und Charm über die Absicherung ohnehin in Delta übersetzen.
Die konkreten Zeiten stammen aus dem US-Handel. Für den DAX ist das Gegenstück die letzte Stunde vor dem Xetra-Schluss samt der Schlussauktion, in der sich Liquidität und Rebalancing bündeln. Auch hier ist das späte Fenster oft aussagekräftiger als die ruhige Mittagsphase.
Die Schlussstunde ist ein Timing-Hinweis, keine Garantie für eine bestimmte Richtung.
Der Begriff stammt aus dem US-Handel. Beim DAX ist das Gegenstueck die letzte Stunde vor dem Xetra-Schluss, und der entscheidende Unterschied steht am Ende: die Xetra-Schlussauktion. Sie ist ein eigener Preisfindungsmechanismus, kein fortlaufender Handel, und in ihr buendelt sich ein erheblicher Teil des Tagesvolumens auf einen einzigen Zeitpunkt.
Fuer Absicherung ist das der wichtigste Termin des Tages. Wer eine Position zum offiziellen Schlusskurs anpassen muss, tut das in dieser Auktion, siehe Hedging Flow. Indexfonds, die den DAX nachbilden, rebalancieren dort ebenfalls.
Am Monatsverfall gilt das ausdruecklich NICHT fuer die auslaufende Serie. Deren Abrechnung entsteht aus der Auktion ab 13:00 MEZ, siehe ODAX-Verfall; am Nachmittag ist sie bereits erledigt. Die Schlussstunde ist an diesem Tag also ein normaler Handelsschluss und nicht der Hoehepunkt des Verfalls. Wer die amerikanische Beschreibung uebernimmt, bei der Verfall und Handelsschluss zusammenfallen, erwartet an dieser Stelle etwas, das im DAX vier Stunden frueher stattgefunden hat.
Ein zweiter Punkt betrifft die Uebertragbarkeit von Zeitangaben. Amerikanische Beschreibungen nennen die letzte Stunde der dortigen Handelszeit, die in mitteleuropaeischer Zeit am spaeten Abend liegt. Der Eurex-Terminhandel laeuft dann noch, der Xetra-Kassahandel nicht. Wer solche Zeitfenster uebernimmt, ohne sie umzurechnen, beschreibt ein Fenster, in dem der zugrundeliegende Kassamarkt geschlossen ist.
Und was fuer alle Tageszeitmuster gilt: sie beschreiben, wann sich Volumen buendelt, nicht was dabei herauskommt. Die Richtung folgt daraus nicht. Fuer Serien, die am selben Tag verfallen, faellt das Zeitfenster der Absicherung mit dem der Auktion zusammen, siehe Tagesoptionen.
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