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Glossar

Was ist Vega?

Vega misst, wie stark sich der Preis einer Option ändert, wenn die implizite Volatilität um einen Prozentpunkt steigt oder fällt. Obwohl Vega kein griechischer Buchstabe ist, wird es zu den Griechen gezählt.

Vega ist am größten bei Optionen am Geld mit noch reichlich Restlaufzeit und geht gegen null, wenn eine Option tief im oder aus dem Geld liegt oder der Verfall naht. Wer Optionen kauft, ist long Vega und profitiert von steigender Volatilität; wer sie verkauft, ist short Vega.

Vega und der DAX

Springt der VDAX, werden Positionen mit hohem Vega deutlich neu bewertet. Das DAX Gamma Cockpit führt Vega unter den Griechen. Zusammen mit dem Gamma bestimmt Vega, wie stark die Absicherung eher auf Volatilitätsänderungen als auf reine Kursbewegungen reagiert.

Vega beschreibt eine Empfindlichkeit, keine Vorhersage der Volatilität.

Wo Vega im DAX-Bestand sitzt

Vega misst, wie stark der Optionspreis auf eine Aenderung der impliziten Volatilitaet reagiert. Es ist am groessten bei Optionen am Geld und bei langen Laufzeiten und geht gegen null, je naeher der Verfall rueckt. Das hat eine Folge fuer die Struktur des ODAX-Bestands, die auf den ersten Blick paradox wirkt.

Der weitaus groesste Teil des Open Interest liegt auf den naechsten Verfaellen. Der weitaus groesste Teil des Vega-Risikos liegt dagegen auf den ferneren Serien, obwohl dort weniger Kontrakte offen sind. Wer den Bestand nach Kontraktzahl sortiert, sieht deshalb ein anderes Bild als wer ihn nach Volatilitaetsrisiko sortiert. Beide Sortierungen sind richtig und beantworten verschiedene Fragen.

Der zweite Punkt: Vega und Gamma laufen zeitlich gegeneinander. Zum Verfall hin waechst das Gamma und schrumpft das Vega. Eine kurzlaufende Option ist damit sehr empfindlich gegen Kursbewegungen und fast unempfindlich gegen Volatilitaetsbewegungen; bei einer langlaufenden ist es umgekehrt. Wer beide Groessen ueber alle Laufzeiten zu einer Zahl addiert, verrechnet zwei Risiken, die zu verschiedenen Zeitpunkten schlagend werden.

Fuer den DAX kommt hinzu, dass der VDAX-NEW auf eine feste Restlaufzeit von 30 Tagen interpoliert ist. Er beschreibt damit ein Volatilitaetsniveau, zu dem es keine handelbare ODAX-Serie geben muss. Wer Vega-Risiko gegen den VDAX misst, misst gegen eine gerechnete Groesse und nicht gegen den Kontrakt, in dem das Risiko tatsaechlich sitzt. In ruhigen Phasen ist der Unterschied gering, um Verfallstermine und in Phasen steiler Terminstruktur ist er es nicht. Fuer die Auswertung heisst das, Vega und Restlaufzeit immer gemeinsam zu betrachten und nie getrennt voneinander.

Verwandte Begriffe
Implizite Volatilität (VDAX)ThetaDelta
In der Praxis
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