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Glossar

Was ist Volatility Skew?

Volatility Skew beschreibt, dass die implizite Volatilität nicht für alle Ausübungspreise gleich ist. Optionen mit unterschiedlichen Strikes tragen unterschiedliche implizite Volatilitäten, obwohl sie denselben Basiswert und oft denselben Verfall haben.

Bei Aktienindizes wie dem DAX sind Put-Optionen unter dem aktuellen Kurs meist teurer bewertet als Call-Optionen darüber. Der Grund ist die anhaltende Nachfrage nach Absicherung gegen fallende Kurse. Diese Schiefe in den Preisen ist der Skew.

Skew als Frühwarnung

Ein steiler Skew zeigt, dass der Markt Absicherung nach unten stark nachfragt. Flacht der Skew ab, lässt diese Nachfrage nach. Das DAX Gamma Cockpit verfolgt das Verhältnis der impliziten Volatilitäten. Ein auffällig steiler Skew bei gleichzeitig niedriger Gesamtvolatilität kann ein frühes Warnsignal sein, das eine vorsichtigere Positionsgröße nahelegt.

Der Skew spiegelt Preise und Positionierung wider. Er ist eine Tendenz, kein Auslöser, der zwangsläufig eintritt.

Die Schiefe ist im DAX kein Zufall

Dass Absicherung nach unten teurer bepreist ist als Optionalitaet nach oben, ist im europaeischen Indexmarkt ein Dauerzustand und keine Marktmeinung. Der Grund ist strukturelle Nachfrage: Fonds, Versicherer und Vermoegensverwalter sichern Bestaende dauerhaft nach unten ab. Diese Nachfrage besteht unabhaengig davon, wie der Markt gerade laeuft.

Daraus folgt der haeufigste Lesefehler: eine ausgepraegte Schiefe ist fuer sich genommen keine Aussage ueber Erwartungen. Aussagekraeftig ist die VERAENDERUNG der Schiefe gegenueber ihrem eigenen Normalniveau, nicht ihr Vorhandensein. Genau das misst der Implied Skew als Kennzahl.

Der zweite Punkt betrifft die Verrechnung. Eine Schiefe ueber die Strikes hinweg bedeutet, dass es nicht die eine implizite Volatilitaet fuer den DAX gibt, sondern eine je Strike und Laufzeit. Der VDAX-NEW fasst daraus einen Wert zusammen. Wer diesen einen Wert als "die" Volatilitaet behandelt, verliert genau die Information, um die es hier geht. Das Cockpit rechnet die Griechen deshalb strikeweise mit der jeweils zugehoerigen Volatilitaet und nicht mit einem Gesamtwert. Wie sich die Schiefe ueber die Laufzeiten hinweg verhaelt, steht unter Terminstruktur.

Praktisch folgt daraus eine Warnung fuer den Vergleich mit US-Daten. Der amerikanische Indexoptionsmarkt hat eine eigene, ebenfalls ausgepraegte Schiefe, aber auf anderem Niveau und mit anderer Struktur ueber die Strikes. Eine Kennzahl, die im S&P 500 auffaellig ist, kann im DAX Normalzustand sein und umgekehrt. Wer Schwellenwerte aus amerikanischen Veroeffentlichungen uebernimmt, uebernimmt sie mitsamt einem Normalniveau, das fuer den DAX nie gegolten hat. Die unmittelbarste Messung derselben Groesse an einem einzelnen Strikepaar ist das Risk Reversal.

Verwandte Begriffe
Implizite Volatilität (VDAX)Gamma Exposure (GEX)Tail RiskRisk ReversalImpliziter Skew (Skew-Exposure)
In der Praxis
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