Ein Iron Condor besteht aus vier Optionen: einem verkauften Call-Spread oberhalb und einem verkauften Put-Spread unterhalb des aktuellen Kurses. Beide Spreads haben denselben Verfall. Das Risiko ist durch die jeweils gekauften äußeren Optionen begrenzt.
Die Position ist auf einen ruhigen Markt ausgelegt. Sie gewinnt aus dem Zeitwertverfall und aus fallender Volatilität, solange der Kurs zwischen den beiden verkauften Strikes bleibt. Bewegt sich der Markt kräftig über eine der Grenzen hinaus, entstehen Verluste bis zum begrenzten Maximum.
Weil der Iron Condor Optionen verkauft, ist er eine Short-Volatilitäts-Position: hohe implizite Volatilität macht ihn attraktiver zu eröffnen, ein Anstieg der Volatilität belastet eine offene Position.
Dies ist eine Begriffserklärung, keine Handelsempfehlung. Aufbau, Chancen und Risiken hängen von den konkreten Strikes und dem Marktverlauf ab.
Ein Iron Condor besteht aus zwei Spreads, einem oberhalb und einem unterhalb des Kursniveaus. Fuer die Auswertung von Optionsbestaenden ist daran eine Eigenschaft interessant: die Struktur erzeugt vier Strikes mit offenen Kontrakten, von denen zwei geschrieben und zwei gekauft sind. Im aggregierten Open Interest sind diese vier nicht voneinander zu unterscheiden.
Das ist einer der Gruende, warum die Annahme zur Positionierung eine Annahme bleiben muss. Ein Bestand an einem Strike kann aus einer gerichteten Position stammen oder aus einem Bein einer mehrteiligen Struktur, deren andere Beine anderswo liegen. Die Zahl allein sagt es nicht.
Praktisch heisst das fuer die Lesart des Bestandsbilds: mehrere benachbarte Strikes mit auffaellig regelmaessiger Verteilung deuten eher auf zusammengesetzte Strukturen als auf gerichtete Meinung. Im ODAX faellt das besonders um den Monatsverfall auf, wenn institutionelle Adressen Strukturen rollen. Wie sich das im Diagramm darstellt, zeigt das Verfallstagsdiagramm. Die Verwandtschaft zu einfacheren Bausteinen beschreibt Vertical Spreads.
Fuer die Auswertung heisst das, dass sich aus einer Bestandsverteilung nicht auf Absichten schliessen laesst. Was sich ablesen laesst, ist die Verteilung selbst und ihre Veraenderung; was sich nicht ablesen laesst, ist die Position dahinter. Das Cockpit macht deshalb keine Aussagen ueber Motive, sondern nur ueber Struktur und ueber die daraus folgende Absicherungswirkung unter der offen ausgewiesenen Modellannahme.
Ein zweiter Punkt betrifft die Laufzeit. Solche Strukturen werden ueberwiegend auf den Monatsverfall gestellt, weil dort die Liquiditaet sitzt. Ihr Beitrag zum Gamma waechst deshalb ueber den Monat hinweg und faellt am dritten Freitag mittags weg.
Live-Levels, Marktmodus und Absicherungsdruck in Echtzeit, aus echten Eurex-ODAX-Optionsdaten.
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